ASCE-Manuals zur Durchführung von Sauerstoffeintragsmessungen

Welche Messmethoden empfiehlt das ASCE-Manual für die Bestimmung des Sauerstoffeintrags?

Die ASCE-Manuals unterscheiden zwischen Reinwasser- und In-Prozess-Messungen des Sauerstoffeintrags. Für Reinwasser beschreibt ASCE/EWRI 2-22 primär instationäre Clean-Water-Tests zur Bestimmung von Sauerstoffübertragungsrate und Sauerstoffübertragungseffizienz unter definierten Bedingungen. Dabei wird das Wasser zunächst entgast und anschließend der zeitliche Wiederanstieg des gelösten Sauerstoffs ausgewertet; als Entgasungsverfahren sind chemische Entsauerung und inzwischen auch die Stickstoffbegasung anerkannt. Zusätzlich erläutert der Kommentar ein Desorptionsverfahren mit Sauerstoffübersättigung, das als ergänzende Methode beschrieben wird.

Für Messungen unter Betriebsbedingungen empfiehlt ASCE/EWRI 18-18 drei Verfahren: die instationäre Methode, die Off-Gas-Methode und die Inertgas-Tracermethode. In der Praxis hat sich insbesondere die Off-Gas-Methode breit etabliert, weil sie den Sauerstoffübergang direkt unter Prozessbedingungen bewerten kann und für die Beurteilung von α-Werten, Energieeffizienz und realer Anlagenleistung besonders aussagekräftig ist. Die In-Prozess-Verfahren sind jedoch als technische Richtlinien und nicht als Compliance-Prüfung für Belüfter gedacht, da Abwasserzusammensetzung und Prozesszustand die Genauigkeit stark beeinflussen.

Quellen:

  • American Society of Civil Engineers, 2022, ASCE/EWRI 2-22: Measurement of Oxygen Transfer in Clean Water, Reston, VA/ASCE
  • American Society of Civil Engineers, 2018, ASCE/EWRI 18-18: Standard Guidelines for In-Process Oxygen Transfer Testing, Reston, VA/ASCE
  • American Society of Civil Engineers, 2007, ASCE/EWRI 2-06: Measurement of Oxygen Transfer in Clean Water, Reston, VA/ASCE
  • American Society of Civil Engineers, 1997, ASCE 18-96: Standard Guidelines for In-Process Oxygen Transfer Testing, New York/ASCE