Bei der Bemessung von Belüftungssystemen in kommunalen Kläranlagen sind vor allem das DWA-Arbeitsblatt DWA-A 131 für die verfahrenstechnische Auslegung der Belebungsanlage und das DWA-Merkblatt DWA-M 229-1 für Planung, Dimensionierung, Anordnung und energetische Bewertung der Belüftungs- und Durchmischungseinrichtungen maßgebend. Ergänzend definiert DIN EN 12255-6 grundlegende Anforderungen an Belebungsverfahren, während DIN EN 12255-15 die Reinwasserprüfung des Sauerstoffeintrags standardisiert.
Für die Praxis relevant sind insbesondere Richtwerte und Nachweise zu Sauerstoffbedarf, SOTR beziehungsweise αSOTR, α‑Wert, Luftvolumenstrom, Eintauchtiefe, Druckverlust, Regelbereich sowie zur ausreichenden Durchmischung ohne Ablagerungen; diese Größen sind lastfallbezogen für minimale, mittlere und maximale Betriebszustände zu bewerten. Für Messung und Verifikation des Sauerstoffeintrags werden in Deutschland vor allem DWA-M 209 und international ASCE/EWRI 2-22 herangezogen. Feste universelle Richtwerte gibt es nur eingeschränkt, da die Bemessung immer von Reinigungsziel, Beckengeometrie, Abwassercharakteristik und Energieeffizienzanforderungen abhängt.
Quellen: