Grobblasige Belüftung

In welchen Anwendungsfällen ist grobblasige Belüftung gegenüber feinblasiger Belüftung vorteilhaft?

Grobblasige Belüftung ist vor allem dann vorteilhaft, wenn die Durchmischung eines Beckens wichtiger ist als ein maximaler Sauerstoffeintrag. Grobe Blasen steigen schneller auf und übertragen pro Luftmenge weniger Sauerstoff als feine Blasen, erzeugen jedoch eine kräftige Umwälzung, halten Feststoffe zuverlässig in Schwebe.

Vorteile zeigt sie deshalb besonders in Becken mit hohem Mischbedarf, erhöhten Feststofffrachten, Faserstoffen oder abrasiven Inhaltsstoffen, etwa in Sandfängen, Ausgleichsbecken, Schlammspeichern und häufig auch in aerob betriebenen Schlammbehandlungsstufen. Auch bei intermittierendem Betrieb oder in Anwendungen, in denen Robustheit, geringe Wartungsanfälligkeit und Betriebssicherheit wichtiger sind als Sauerstoffübertragungs- und Energieeffizienz, ist sie oft die zweckmäßigere Wahl.

Für klassische Belebungsbecken, in denen der energieeffiziente Sauerstoffeintrag die Auslegung bestimmt, ist dagegen meist die feinblasige Belüftung überlegen. Grobblasige Systeme sind dort eher eine Lösung für Sonderfälle mit starkem Verschmutzungs- oder Mischungsfokus.

Quellen:

  • DWA, 2017, DWA-M 229-1: Systeme zur Belüftung und Durchmischung von Belebungsanlagen – Teil 1: Planung, Ausschreibung und Ausführung, Hennef: DWA
  • Metcalf & Eddy, Inc.; Tchobanoglous, G.; Stensel, H. D.; Tsuchihashi, R.; Burton, F. L., 2014, Wastewater Engineering: Treatment and Resource Recovery, 5th Edition, New York: McGraw-Hill Education
  • Water Environment Federation; American Society of Civil Engineers/Environmental and Water Resources Institute, 2010, Design of Municipal Wastewater Treatment Plants, WEF Manual of Practice No. 8 / ASCE Manuals and Reports on Engineering Practice No. 76, 5th Edition, Alexandria/Reston/New York: WEF Press, ASCE/EWRI, McGraw-Hill